09. Kampf um Anerkennung
📄 Abstract
kamPf um anerkennung kamPf um anerkennung Jürgen manemann: HipHop entwickelte sich erst im Laufe seiner Geschichte zu einer Kultur des Kampfes um Anerkennung.Zunächst jedoch war HipHop, wie Shusterman betont, »[…] Tanzmusik, die geschätzt wurde wegen ihrer Bewegung, nicht durch bloßes Zuhören.HipHop war ursprünglich nur als Live-Performance gedacht, bei der man die Geschicklichkeit des DJ und die Persönlichkeit und die Improvisationskünste der Rapper bewundern konnte« 71 .eike brock: Es ist dies nicht der Ort, um die vielfach erzählte Geschichte des HipHop ein weiteres Mal zu erzählen.Der Punkt, auf den es ankommt, ist einzig, dass am Anfang der Bewegung (oder Kultur bzw.Subkultur) in den ›schwarzen‹ Ghettos alchemistenhaft gleichsam Beton in Gold verwandelt wurde, indem man z.B. in Ermangelung an Instrumenten auf kreative Weise den Schallplattenspieler in ein Instrument verwandelte oder indem man, nachdem aus Hiphop-Haus-Partys längst Block-Partys geworden waren, Straßenlaternen anzapfte, um die erforderliche Stromversorgung zu garantieren.HipHop ist einem Kind vergleichbar, das, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, mit Klugheit und Geschick, aber auch mit großem Enthusiasmus, selbst seine privilegierteren Altersgenossen zu überflügeln weiß.sPax: HipHop war originär zunächst einmal Party.sookee: Aber diese Party zeitigte politische Effekte.Jürgen manemannn: Im Rap haben junge Menschen das Wort ergriffen.Mit ihren Graffiti-Tags erkämpften sich Sprayer Sichtbarkeit.Unsichtbarkeit und Unhörbarkeit waren Ausdruck sozialer Erniedrigung.In einem solchen Zusammenhang ist jegliche Wortergreifung und jegliche Sichtbarmachung ein politischer Akt, selbst dann, wenn er als solcher nicht intendiert gewesen ist.eike brock: HipHop hat viel mit Macht zu tun.Schlägt man das erste Kapitel im Buch der Geschichte des HipHop auf, blickt man in das freundliche Gesicht der Macht.Denn das erste Kapitel handelt von der Überwindung der Ohnmacht durch kreative Mittel, berichtet von Selbstermächtigung und einer ganz neuen Art, die eigene Stimme zu finden -welche später dann auch immer kritischer und kompromissloser erhoben wurde.
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